Brotpatenschaftsprojekt

Die Kraft des Dienens

 

Es ist der 18. Mai 2002. Ein denkwürdiges Datum für das Hilfswerk "Hoffnung für eine neue Generation e.V." Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen und dem Start des neuen Brotpatenschaftsprojektes liegt nichts mehr im Wege. Aber noch viel bedeutungsvoller ist dieser Tag für 28 Familien in denen 135 Personen leben, die aus dem Dunkel der Hoffnungslosigkeit herausgerissen werden und neue Perspektive für ihr Leben erhalten.

Zielorte sind die Städte Galati und Braila im Südosten Rumäniens. Unser Auftrag ist es, die praktizierende Nächstenliebe durch Wort und Tat (Brot) in kirchenfremde, verarmte Familien zu bringen und den Vätern, Müttern und Kindern dadurch zu dienen.

Dies alles geschieht in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kirchengemeinden. Sie kennen die Verhältnisse vor Ort und sie suchen die Empfänger für das Brotpatenschaftsprojekt aus, sie überprüfen die Verhältnisse und sie betreuen die Menschen. Ausgewählt werden Familien die unter dem Existenzminimum leben und deren Väter und Mütter auf Grund von Krankheiten oder mangels Arbeitsplatz keine ausreichenden Einnahmen haben. Viele von ihnen kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Dick vermummt halten sie sich in ihren kalten Wohnungen auf oder kochen sich einen Maisbrei - das sättigende Armenessen der Mittellosen. Doch eines ist allen gemeinsam. Sie haben keinerlei Perspektive für ihr weiteres Leben. Sie fühlen sich vergessen und sind verzweifelt, weil sie sich kaum von einem Tag zum anderen ernähren können.

Liebe geht durch den Magen. Und bevor die Menschen mit dem Evangelium erreicht werden können, müssen ihre momentanen Bedürfnisse gestillt werden, müssen sie Liebe und Anteilnahme erfahren und Vertrauen gewinnen. Und das tun unsere Mitarbeiter ganz praktisch. Zweimal unter der Woche und am Sonntag kümmern sie sich um die Brotempfänger und übergeben ihnen ihre Brote in der Gemeinde oder bringen diese zu ihnen nach Hause. Die anfänglich skeptische Fragen: "Sind sie vom Bürgermeisteramt" weichen bei der klärenden Antwort und plötzlich fangen verhärmte Gesichter an zu leuchten und ein kleiner, schwacher Hoffnungsfunke hat ihr Herz getroffen.

Durch dieses Projekt fragen Menschen nach den Beweggründen dieser Hilfe, werden offen für den lebensverändernden Glauben an unseren Herrn Jesus Christus und erfahren eine Transformation ihres Lebens. Das ist die Kraft des Dienens.

Diese Arbeit unseres Hilfswerkes ist ein kleiner, bescheidener Anfang mit großen Auswirkungen. Mit bisher nur drei Brotpatenschaften werden in der Gemeinde von Maxineni 500 Brote im Monat an 13 Familien mit insgesamt 74 Personen, in der Gemeinde von Braile 500 Brote an 13 Familien mit 75 Personen und in der Gemeinde in Sindreni 500 Brote im Monat an 12 Familien mit 75 Personen verteilt.

 

Und das sind sie:

  • Das Rentnerehepaar Gheorghe und Teodora I. lebt von einer minimalen Rente und wohnt in einem kleinen Häuschen ohne Stromanschluss. Sie haben ein Kind aus dem Waisenheim in ihre Familie aufgenommen und versorgen zusätzlich zwei Enkelkinder, nachdem deren Mutter gestorben ist.

  • Marcel und Paula P. haben 2 Kinder und wohnen in unwürdigen Verhältnissen. Da sie keinen festen Arbeitsplatz haben, besteht ihr Einkommens hauptsächlich aus dem Kindergeld. Sie sind sehr dankbar über diese Brote. Der Vater betont, dass er jetzt seinem Kind das in den Kindergarten geht, täglich das Vesperbrot richten kann. Die Mutter von Marcel ist Alkoholikerin und der Vater gelähmt.

  • Die Familie Radu C. strahlt trotz großer Not Freude aus. Auf der Suche nach einem Arbeitsplatz wurde der 32-jährige Elektriker in der Türkei fündig. Dort bekam er bei einem Arbeitsunfall einen Stromschlag, so dass ihm beide Beine und ein Arm amputiert werden mussten. Trotz dieser Behinderung hat ihn unsere Überprüfungskommission beim Streichen seiner Wohnung angetroffen. Die Familie lebt von einer sehr geringen Invalidenrente. Seit kurzem kommt die Frau mit einem ihrer Kinder regelmäßig in die Gottesdienste.

Die Liste geht weiter. Jede Familie hat ihr eigenes Schicksal. Ob es noch mehr als 38 werden?